Galakonzert des Symphonischen Blasorchesters Dromersheim – Spaß auf höchstem Niveau

„Samstagabend – Ausgehen, etwas Erleben, Spaß haben. Am gerade zurückliegenden Wochenende gab es all dies auf dem Galakonzert des Symphonischen Blasorchesters im Binger Rheintal-Kongresszentrum. Vor vollen Rängen brannten die Musiker und ihr Dirigent Julian Metzger ein orchestrales Feuerwerk ab, das es in sich hatte. Schon der Auftakt verlieh dem Publikum Flügel und das ganz ohne Energydrink. Das Symphonische Blasorchester setze das von Helder Bettencourt komponierte Werk „On the Wings of the Hawk“ musikalisch so eindrucksvoll um, dass es sein Publikum in die Lüfte hob und es auf dem Rücken des Habichts majestätisches Schweben, das Zerren des Windes an den Flügeln und wilde Jagden mit schwindelerregenden Sturzflügen erleben ließ. Nach dem fulminanten Start folgte schon das Titelstück des Galakonzerts, „The Island of Light“. Spielort war die Insel Menorca. Ihre Legenden und Plätze hatte Jose Alberto Pina in drei ergreifenden Sätzen komponiert. Die folgenden dreißig Minuten verzauberte das Symphonische Blasorchesters Dromersheim sein Publikum auf ganz besondere Art und Weise. Die äußerst anspruchsvollen Sätze offenbarten die ganze Bandbreite der Möglichkeiten eines Blasorchesters. Kunstvoll gespielte prägnante Bläsersoli, häufige Tempowechsel, mitreißende Rhythmik durch perfekt einstudierte Klatscheinlagen der Musiker im ersten Satz, tragende wunderschöne Melodien, die im zweiten Satz das ganze Kongresszentrum mit harmonischen Gefühlen fluteten und schließlich ein dritter Satz, perfekt angereichert mit CD-Einspielungen zu diesem Werk, der alle Register von purer Dramatik, plötzlicher Ruhe und folgend mitreißend fröhlichen Melodien, rissen das Publikum mit. Immer wieder knisterte es vor Spannung im Saal. Mit langem Applaus und voller Emotionen ging es nach diesem orchestralen Thriller in die Pause.



Der junge Dirigent Julian Metzger, der erst seit knapp 9 Monaten die Leitung des Symphonischen Blasorchesters Dromersheim inne hat, hat sich spätestens seit dieser Aufführung großen Respekt und die Gefühlswelten des Publikums erobert, das Takt für Takt dem Konzert folgte. Beschwingt wurde der zweite Teil des Galakonzerts mit der Ouvertüre zu „Pique Dame“ von Franz von Suppé eröffnet und die ausgesprochen gute Stimmung gleich wieder aufgegriffen. Das Zuhören machte dem Publikum sichtlich Spaß, ebenso das Spielen den Musikern, wenngleich ihnen in den folgenden Stücken wieder alles abverlangt wurde. Mit „Fate of the Gods“ des bekannten Komponisten Steven Reineke ging es auf die nächste Reise, welche nun tief in die nordische Mythologie von kämpfenden Göttern und Riesen führte und die volle Klangfülle des Orchesters bot. Höchst abwechslungsreich illustrierten die Dromersheimer Blasmusiker den Schauplatz des Nordens, Ragnarök. Purer Dramatik folgten mystische und geheimnisvolle Klänge, schließlich der Kampf, an dessen Ende eine bessere Welt steht.



Auch die orchestrale Umsetzung der biblischen Geschichte über den Erzengel Raphael reihte sich passend in das tongewaltige Galakonzert ein. Das anspruchsvolle lebendige Werk bot Tempo- und Rythmuswechsel, welche die Spannung im Konzert mühelos hielten. Das Publikum klebte förmlich an Dirigent und Musikern, was sich ebenfalls beim letzten Programmpunkt zeigte. Die Melodien aus dem „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber, waren sicherlich vielen der Besucher dieses Abends bekannt. Das weltberühmte Stück zu hören, wenn es von Johan de Meij für symphonisches Blasorchester arrangiert und von den Dromersheimer Musikern gespielt wird, wurde zu einer ganz neuen Erfahrung. Die wunderbaren Soli, tänzelnde und bekannte, tragende Melodien sowie mächtige, perfekt vorgetragene Einsätze machten allen Anwesenden im Konzertsaal sichtlich viel Spaß. Stehende Ovationen und fetzige wie auch besinnliche Zugaben beendeten ein herausragendes, höchst emotionales und stets kurzweiliges Konzerterlebnis. Zweifelsfrei haben das Symphonische Blasorchester Dromersheim und sein Dirigent Julian Metzger den Besuchern einen wunderbaren Abend geschenkt und viele neue Freunde der Symphonischen Blasmusik gewonnen. Diese blicken schon mit Vorfreude auf den nächsten Orchestertermin, ein erstmaliges Serenaden-Konzert in Bingen-Dromersheim am 13. Juli 2019.“
– Allgemeine Zeitung